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Am Dienstag, den 10. Juni um 20.00 Uhr wurde das Thema "Kunst und Existenzsicherung" im Konzertfoyer der Oper Leipzig diskutiert.
Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass - spartenübergreifend - viele Künstler und Künstlerinnen den Herausforderungen, wirtschaftlich eigenverantwortlich zu sein, nicht gewachsen sind. Viele von ihnen leben und arbeiten deshalb unter prekären Bedingungen. In diesem Zusammenhang sehen wir verstärkt Kritik an den Ausbildungsprinzipien der Kunsthochschulen, die den Aspekt der Existenzsicherung in der Lehrplangestaltung häufig ausblenden. Die Kunststudenten werden angehalten, die Hochschule als Schutzraum zu begreifen, in dem sie sich ausprobieren können – die notwendige technisch-handwerkliche Ausbildung dominiert gegenüber der Vermittlung von betriebswirtschaftlichen und ökonomischen Kenntnissen. Mangelnde Vertrautheit mit den Mechanismen des (Kunst-)Marktes erschwert daher in vielen Fällen die Positionierung des künstlerischen „Unternehmens“.
Im Zentrum des Kulturpolitischen Salons stand deshalb die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten sich bieten, um die künstlerische Laufbahn erfolgreich zu gestalten und welche Zusatzqualifikationen dafür bereits im Rahmen der Ausbildung vermittelt werden können, an den Bereichen bildende Kunst und Musik konkretisiert.
Die Moderation übernahm Prof. Dr. Herbert Grüner von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Er ist dort Inhaber des Lehrstuhls für die Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften und also für die Vermittlung von genau jenen Kenntnissen zuständig, die in den Curricula der meisten Kunst- und Musikhochschulen noch fehlen.
Podiumsteilnehmer waren Holger Krause, Mitglied des Leipziger a-Capella-Ensembles armacord, eine auch international immer erfolgreicheren Gesangsformation. Die Mitglieder von amarcord organisieren neben ihrer Konzerttätigkeit jedes Frühjahr ein A-capella-Festival in Leipzig, bei dem auch die Nachwuchsförderung eine besondere Rolle spielt (http://www.a-cappella-festival.de/).
Konstruktive Kontroverse auf dem Podium versprach Michael Fischer-Art. Der Leipziger hat sich mit seiner Malerei immer sehr selbstbewusst den Marktmechanismen verweigert. Fischer-Art war zwar Student an der HGB, hat sich aber schon während seiner Studienzeit mit dem dortigen Lehrbetrieb überworfen. Internet: http://www.fischer-art.de